Michelangelo – Rodin

MICHELANGELO

UND RODIN

 Michelangelo sah im rohen Marmorblock das Kunstwerk vorgeformt, für ihn schlummerte das Kunstwerk bereits als Idee im Stein und musste nur noch aus ihm “herausgeholt“ und vom Gestein, welches zu viel war, „befreit“ werden. Dabei war ihm die Auseinandersetzung mit Beschaffenheit und Form des Materials von großer Bedeutung. 

Die Wahl des Steinblocks stellte für Michelangelo bereits einen wichtigen Aspekt seiner künstlerischen Arbeit dar. Er entwickelte eine  große Anzahl an Plänen zu Werken und Projekten in gigantischen Ausmaßen, doch nur einen Bruchteil dessen, was sein Geist hervorbrachte, wurde letztlich von ihm ausgeführt. Aufgrund von Zeit- bzw. Geldmangel oder Interessenverlust sanken die Figuren zurück in den Stein. So blieben die Ergebnisse seiner künstlerischen Arbeit sicherlich „unvollendet“, jedoch war ein „non-finito“, wie es durch Rodin etabliert wurde, von Michelangelo nicht vorgesehen. 

Es wird allerdings die Ansicht vertreten, dass das Nichtbeendigen mancher Figuren, das Ergebnis ästhetischer Entscheidungen während des Arbeitsprozesses gewesen seien.

Ein anschauliches Beispiel für die Figuren, die im Stein verbleiben, sind die „im Stein gefangenen Sklaven“ – hier spürt man die Spannung des >non finito<, also den Drang zur Befreiung und dem Widerstand, den ihr die Materie entgegensetzte.

 Rodin ließ sich von Michelangelos Skulpturen inspirieren und  integrierte seinen Umgang mit der menschlichen Gestalt in seine eignen Werke. Besonders inspirierte ihn dabei das „Unfertige“.

Ein berühmtes Bespiel ist der „Der Schreitende“, der bewusst unvollständig gelassen wurde, da sich die Konzentration allein auf den Vorgang des Gehens beschränken sollte. Diese Plastik gilt als erster Schritt Rodin hin zur Abstraktion und Montage. Gleichzeitig knüpft er mit seinen menschlichen Figuren rückwärtsgewandt an die Antike und die Renaissance an, wobei diese neben Michelangelo als Rodins Vorbild gilt.

 FAZIT:

Der Hauptunterschied zwischen Rodin und Michelangelo besteht darin, dass sie ein unterschiedliches  Verständnis des „non-finito“, hatten.

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Kommentare
  1. q2ku9 sagt:

    Shanice Enwerem, Saskia Roß, Maria Montag, Carolin Gebhardt
    (14 Punkte)
    überarb. Rost

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