Balzac

Denkmal für Balzac

Im Jahre 1891 wurde Auguste Rodin von der Société des Gens de Lettres beauftragt, ein Denkmal für französischen Schriftsteller Honoré de Balzac (1799-1850) anzufertigen. Rodin wollte eine drei Meter hohe Bronzefigur von Balzac innerhalb 18 Monaten fertig stellen. Die Société des Gens de Lettres ist ein privater Verein in Frankreich, der aus Dichtern und Schriftstellern besteht. Balzac war einer der Gründer der Société und der zweite Präsident der Organisation. Anstatt der versprochenen 18 Monate brauchte Rodin sieben Jahre für die Herstellung der Skulptur. Dies lag an seiner intensiven Recherche des Charakters und der Persönlichkeit von Balzac. Rodin las seine Werke, Briefe, die er geschrieben hatte und fuhr in seine Heimatstadt Touraine, wo er Augenzeugen befragte. Er fertigte Hunderte von Skizzen, Entwürfe und Modellen an, bis er 1898 ein drei Meter hohes Gipsmodell präsentierte. Das Gipsmodell bekam vor allem schlechte Kritik, es wurde als „Schändung des Dichters“ bezeichnet, weshalb das Denkmalkomitee die Skulptur ablehnte und einen neuen Künstler (Jean Alexandre Joseph Falguière) beauftragte. Dies lag daran, dass es Rodin mehr darum ging, die Persönlichkeit des Schriftstellers als sein Aussehen darzustellen. Das Denkmalkomitee wollte den Schriftsteller mit der Skulptur ehren, doch die Skulptur wies nur wenig Ähnlichkeit mit dem echten Balzac auf, wodurch das Werk Rodin’s vor allem schlechte Kritik bekommen hat. Das Gipsmodell wurde erst später in Bronze gegossen und einige Befürworter der Skulptur versuchten sie zu kaufen, doch Rodin verkaufte sie nicht, sondern nahm sie mit nach Meudon. Erst 1939 wurde die überlebensgroße Bronzestatue am Boulevard Raspail, schräg gegenüber vom berühmten Künstlertreff, dem Café Le Dôme aufgestellt.

Beschreibung der Skulptur:

– keine körperlichen Konturen erkennbar, da der Körper von einem Gewand verdeckt wird

– Hände und Füße sind leicht angedeutet, allerdings nicht genau zu erkennen

– eine Besonderheit der Statue ist der Kopf und vor allem das Gesicht

– die Gesichtszüge sind sehr grob dargestellt, weshalb man auf den ersten Blick denken könnte, dass der Kopf noch nicht fertiggestellt ist

– das Gesicht weist viele Details auf, wodurch der Blick des Betrachters auf den Kopf gelenkt wird

– bei dem Übergang zwischen Kopf und Körper ist kein direkter Hals zu erkennen, weil dieser sehr breit ist

   

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Kommentare
  1. q2ku9 sagt:

    Bitte fertigstellen
    (X Punkte)

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