Bürger von Calais


Künstler: Auguste Rodin

erstellt in: 1884-1886

Maße: 220*236*179 cm

Material: Bronze

Oberfläche: glatt, Schatten

Präsentation:

  • lebensgroße Standplastik auf Sockel
  • Sockel: 1,80m hoher Steinsockel

Die Präsentation galt als zentrales Würde-Motiv des Werkes. Der Sockel sollte Abstand zwischen Betrachter und der bedeutenden Denkmalsperson schaffen. Mit dem Entwurf der Plinthe (=rechteckige oder quadratische Fußplatte) setzt Rodin seine Bürger auf Augenhöhe des Betrachters.

  • Körper-Raum: realer Raum, raumoffen -> Betrachter wird selbst Teil der Szene
  • Zwischenräume:

Obwohl die Figuren einzeln auf der Plinthe stehen, sind sie nicht als Einzelfiguren, sondern als Gruppe zu betrachten. Rodin benutzt die Zwischenräume um die einzelnen Bedeutungen der Figuren hervorzuheben und immer wieder neue Durchblicke zu öffnen. So ist jeder Bürger in seiner Not für sich, und doch schließen sich alle zur Gemeinschaft zusammen.

  • Proportionen: korrekter Körperbau
  • Aufbau: Zwei-Reihen-Anordnung
  • Motiv: sechs Männer mit zerlumpter Kleidung (Bürger von Calais), angespannte Muskeln sichtbar -> innere Anspannung
  • Mimik: entsetzt und hoffnungslos

Geschichtlicher Hintergrund:

Während des 100-jährigen Krieges belagerte England Frankreich, wobei die Lage der französische Stadt Calais aussichtslos war. Um die Plünderungen und Zerstörungen zu verhindern, gingen die Bürger einen Kompromiss mit dem englischen König ein. Dieser forderte sechs Bürger, um sie demonstrativ hinrichten zu lassen. Daraufhin meldeten sich sechs Bürger, um freiwillig in den Tod zu gehen und die Mitbürger vor dem Tod zu bewahren. Unter den freiwilligen waren die reichsten und angesehensten Bewohner der Stadt. Sie erschienen barfuß, in zerrissenem Hemd, mit Strick um den Hals und überreichten dem König Englands den Stadtschlüssel. Beeindruckt und mitleidig von dieser Tat, erflehte die englische Königin für die Bürger die Gnade des Königs.

Ikonographie:

Die Plastik „Die Bürger von Calais“ symbolisiert die Grausamkeiten eines 100-jährigen Krieges zwischen Frankreich und England. Die ausdrucksstarken Gesichter der Figuren deuten auf den frühen Expressionismus hin, somit distanziert sich das Werk vom Impressionismus. Die expressive Besonderheit der den Figuren ist, dass sie sechs verschiedene ausdrucksstarke Gesten ausführen und jeder mit sich selbst beschäftigt ist. An der Mimik erkennt man, dass sie dem Schicksal ins Auge blicken, zudem zeigen sie die Spuren der Belagerung Englands an Kleidung, Statur und Gesichtsausdruck.

Kathrin Gießler, Elif Kara, Katharina T.

weitere Werke Rodins:

      Balzac
    Der Denker
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Kommentare
  1. q2ku9 sagt:

    14 Punkte
    überarb. Rost

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